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Deutsche Rabbiner im amerikanischen Exil, 1933-1990


Deutsche Rabbiner im amerikanischen Exil, 1933-1990
(German Refugee Rabbis in the United States, 1933-1989)

DFG-Projekt zur Erstellung einer Digital Humanities online Datenbank und einer Monographie in Kooperation mit der IT-Gruppe Geisteswissenschaften der LMU, dem Hebrew Union College-JIR in Cincinnati, OH und dem Skirball Department of Heberw and Judaic Studies, New York University, New York.
siehe GEPRIS

Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wilhelm
Laufzeit: 2010-2014 (incl. Beurlaubung während der DAAD-Gastprofessur an der Emory University in Atlanta, 2010-2013)

In der geplanten Studie soll der Weg und das Wirken der letzten Generation deutscher Rabbiner als geistige und theologische Elite des deutschen Judentums im amerikanischen Exil in der Zeitspanne zwischen 1933 und 1989 analysiert werden. Die Grundlage der Untersuchung bildet eine systematische prosopographische Datensammlung zu den Lebensläufen der emigrierten „deutschen Rabbiner - die durch ihre spezifisch akademische, deutschsprachige Ausbildung und ihren wissenschaftlichen Ansatz definiert sind und zu einem zentralen Element im Entwurf eines „deutschen Judentums“ wurden. Die Erforschung des „Wegs der Emigranten soll Auskunft darüber geben, warum diese jüdische Elite, Amerika als Exil anstrebte, ob historisch enge Beziehungen zum amerikanischen Judentum hierfür entscheidend waren, wie sie im Exil aufgenommen wurden, dort ihre Arbeit als Rabbiner fortsetzten könnten und dies in verschiedenen Gemeinden oder im Rahmen religiöser Dachorganisationen (Reform, Konservative und Orthodoxie), wissenschaftlichen Einrichtungen des Exillandes taten. Basierend auf der Analyse der transnationalen Lebensläufe im gesellschaftlichen Kontext dieser Emigrantengruppe versucht die Studie jedoch auch Antworten auf deren „Wirken im transatlantischen Kulturtransfer/Kulturaustausch zu finden und ihre Funktion in der Konstruktion einer kollektiven Erinnerung an die deutschen/europäischen Juden sowie an deren Auslöschung durch Nationalsozialismus und Holocaust zu untersuchen.

Fertiggestellte Projektergebnisse:
Digital Humanities online Datenbank http://mira.geschichte.lmu.de/ zur Dokumentation von über 200 Personenbiographien von ordinierten Rabbinern und Wissenschaftlern, die Gemeinden in Deutschland vor 1933 betreuten oder an deutschen Rabbinerseminaren lehrten.
Eine interaktive Karte erlaubt, Emigrations- und Karrierewege zur verfolgen, weiterführende wissenschaftliche Literatur, persönliche Daten, wissenschaftliche Qualifikation, Ordination und Zuordnung zu amerikanischen Gemeinden und Bewegungen im Judentum abzufragen. Die Datenbank ist mit neuerer, elektronisch verfügbarer Literatur verlinkt (Biographisches Handbuch der Rabbiner) und weist ebenso die neuesten archivalischen Bestände und online-Findbücher, Interviews etc. zu den jeweiligen Personen aus, bzw. verlinkt Bestände, die dies zulassen.
Die Erstellung einer Monographie wird bis Ende 2016 anvisiert.