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Jüdische Geschichte und Kultur
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Der Masterschwerpunkt Jüdische Geschichte

Die Perspektive wechseln: Der Schwerpunkt Jüdische Geschichte im neuen Masterstudiengang Geschichte an der LMU München

Die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, bringt vermeintliche Gewissheiten ins Wanken und lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen. Das Fach „Jüdische Geschichte und Kultur“ steht in diesem Sinne für einen Perspektivwechsel in der Geschichtswissenschaft. Es betreibt dabei keine Sondergeschichtsschreibung, sondern versteht die jüdische Geschichte als integralen Bestandteil der sogenannten allgemeinen Geschichte. Vom „Sehepunkt“ der jüdischen Geschichte aus geraten oftmals wesentliche Akteure, Ereignisse und Entwicklungen in den Blick, die den Allgemeinhistorikern verborgen bleiben. Geschichte auf diese Weise neu und anders kennenzulernen, bietet das Studium der Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Schwerpunkt „Jüdische Geschichte und Kultur“.

Jüdische Geschichte als Schwerpunkt

Im neuen, „reformierten“ Master Geschichte an der LMU ist es möglich, einen besonderen Schwerpunkt „Jüdische Geschichte“ zu wählen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventen neben ihrem Zeugnis ein besonderes Zertifikat, mit dem sie nachweisen können, den Schwerpunkt „Jüdische Geschichte“ studiert zu haben.

Der Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur und die Professur für Mittelalterliche Jüdische Geschichte und Kultur bilden zusammen die Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur. Der 1997 gegründete Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur ist der erste speziell der jüdischen Geschichte gewidmete Lehrstuhl an einem historischen Institut einer deutschen Universität. Sein Schwerpunkt liegt auf der neueren und neuesten jüdischen Geschichte. Dabei sieht das Lehrangebot keine Beschränkung auf die deutsch-jüdische Geschichte vor. Die Geschichte der Juden in West- und Osteuropa ist hier ebenso vertreten wie die des amerikanischen oder orientalischen Judentums. Mit dem 2015 neu gegründeten und dem Lehrstuhl angeschlossenen Zentrum für Israel-Studien ist die Geschichte des Zionismus und des Staates Israel als ein weiterer Schwerpunkt ausgebaut worden.

Die Professur für Mittelalterliche Jüdische Geschichte bietet als einzige in Deutschland die Möglichkeit, die Geschichte der Juden im Mittelalter innerhalb eines regulären Geschichtsstudiums vertieft zu studieren. Die Themen der angebotenen Lehrveranstaltungen konzentrieren sich auf die Zeitspanne vom 4. bis zum 16. Jahrhundert und räumlich von Indien bis Portugal, England und Polen, mit einem Schwerpunkt auf das Deutsch-Römische Reich, Italien, Frankreich, England und das Byzantinische Reich.

Obwohl der Schwerpunkt auf dem Gebiet der Geschichte liegt, sind Forschung und Lehre in der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur betont interdisziplinär ausgerichtet. So werden religions- und kulturgeschichtliche Perspektiven mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen verknüpft und auch die historischen Austauschprozesse zwischen den jüdischen Gemeinden und ihrer Umwelt in den Fokus gerückt. Neben der klassischen Ereignisgeschichte wird Wissen über die jüdische Kulturgeschichte – von der Religion und Philosophie über Kunst und Literatur bis zum Alltagsleben – vermittelt.

Der Anspruch, die historische Forschung nicht vollständig von der Lehre abzutrennen, äußert sich im Lehrangebot unter anderem in der Berücksichtigung neuer methodischer Zugänge und der Einbeziehung aktueller Forschungsdiskussionen. Zudem sind die Studierenden herzlich eingeladen, an den zahlreichen Gastvorträgen und Tagungen als Zuhörer teilzunehmen. So werden sie von Beginn an aktiv in die Welt der Forschung integriert.

Im Rahmen der Allianz-Gastprofessur für Jüdische Studien, der Israel Institute-Gastprofessur für Israel-Studien sowie der neu geschaffenen Poetik-Gastprofessur für Hebräische Literatur sind zudem wechselnde renommierte Forscher aus dem Ausland Teil des Lehrkörpers.

Dem Grundsatz, dass die jüdische Geschichte nicht ohne die Kenntnis einer oder mehrerer „jüdischer Sprachen“ zu erforschen ist, wird durch das breite Angebot an Hebräisch- und Jiddischkursen auf verschiedenen Niveaus Rechnung getragen. Teil des Curriculums der Abteilung sind auch immer wieder Exkursionen, sowohl innerhalb der Region als auch ins Ausland. In der Vergangenheit gab es daher gemeinsame Forschungsreisen nach Süd- und Osteuropa sowie Israel. Der Lehrstuhl ist Mitorganisator der jährlich stattfindenden „Sommeruniversität für Jüdische Studien“, die im Jüdischen Museum in Hohenems stattfindet und deren Teilnahme auf das Studium angerechnet wird.

In Seminaren, die in Kooperation z. B. mit dem Jüdischen Museum München oder dem Münchner Stadtarchiv stattfinden, lernen die Studierenden zudem einen unmittelbaren Praxisbezug kennen.

Anforderungen

Der Schwerpunkt kann in einem Zertifikat im Abschlusszeugnis ausgewiesen werden, wenn mindestens 75 ECTS in ihm erworben wurden. Dies wird etwa erreicht, indem drei Aufbaumodule in diesem Bereich belegt (insgesamt 45 ECTS) und dort auch die Masterarbeit geschrieben wird (30 ECTS) oder indem zwei Aufbaumodule (30 ECTS), drei Übungen (15-18 ECTS) und die Masterarbeit (30 ECTS) in dem Schwerpunkt absolviert werden.

Der Master Geschichte kann entweder als Hauptfach (120 ECTS) oder im Rahmen des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereichs (30 ECTS) studiert werden. Vor dem Beginn eines Masterstudiums der Geschichte als Hauptfach (120 ECTS) muss ein Eignungsverfahren absolviert werden.

Alle grundlegenden Informationen (Zulassungsvoraussetzungen, Sprachkenntnisse, Aufbau des Studiums, Prüfungen, Beratungsmöglichkeiten) sind im Leitfaden für den Master Geschichte (PO 2018) (pdf, 264 KB) nachlesbar.

Kontakt

Dr. Philipp Lenhard, philipp.lenhard@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen zum reformierten Master Geschichte an der LMU


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